Shop des Monats: Chef Shirts

Shop des Monats: Chef Shirts

Essen, gestalten und unterrichten, die Interessen von Erin Boukall sind vielfältig. Um ihre Leidenschaften ausleben und miteinander in Einklang zu bringen, hat sie vieles ausprobiert und schließlich ihren eigenen Spreadshop eröffnet: „Chef Shirts“. In unserem Interview gibt uns die Shop-Betreiberin ein paar wertvolle Tipps und Einblicke in ihren Alltag.

Deine größte Leidenschaft ist nicht nur das Kochen an sich, sondern die Kochkunst. Woher kommt diese Leidenschaft und was hat Dich dazu inspiriert, einen eigenen Merchandise-Shop zu eröffnen?

Als ich 16 oder 17 war, habe ich angefangen mich intensiv für Essen und Kochen zu interessieren und bin mit der Zeit zur überzeugten Feinschmeckerin geworden. Ich habe inzwischen etwa 600 Kochbücher gesammelt – ihr könnt mir also glauben, ich stehe wirklich auf Essen. Angefangen hat alles damit, dass ich angefangen habe selbst zu kochen, Restaurants zu besuchen und das ich mich für einzelne Köche interessiert habe.

Dabei war für mich immer klar, dass ich keine Kochschule besuchen will. Denn der Beruf und Alltags eines Kochs kann schrecklich sein: die langen Arbeitszeiten, die harte Arbeit, diese ganze Körperlichkeit. Nach der High-School habe ich zunächst eine Kunsthochschule besucht – und was ich dort gelernt habe, setze ich aktuell bei meinen Kochshirts um.

Außerdem gebe ich Kochunterricht an einer Fachoberschule. Das ist für mich eine ganz neue Art um mit meiner Kochleidenschaft umzugehen. Außerdem mache ich eine Ausbildung zur zertifizierten Köchin, die ich bald mit dem „culinary red seal“ abschließen werde.

Ist das sowas wie ein schwarzer Gürtel in Karate?

Leider nicht ganz: Im Grunde zeigt dieses Siegel nur, dass ich eine staatlich anerkannte Ausbildung gemacht habe, also eine zertifizierte Köchin bin. Dass ich das alles gleichzeitig mache, das hat mir meine Leidenschaft fürs Essen eingebrockt. Auf die Idee bei Spreadshirt einen Merchandise-Shop zu eröffnen kam ich, als ich Arbeitsblätter für meine Kochklasse entworfen habe. Ich habe nach Bildern gesucht, um die Lehrmittel visuell ein wenig aufregender gestalten zu können. Zu dem was es schon gab, konnte ich aber keinen Zugang finden. Also begann ich, auf mein Wissen und Können aus der Kunsthochschule zu setzen. Das habe ich schließlich ja auch immer gegenüber meinen Eltern behauptet, dass ich dieses Wissen eines Tages in der Praxis umsetzen würde.

Schließlich habe ich diese selbstgestalteten Designs im Unterricht eingesetzt und die Reaktionen darauf sind ein bisschen anders ausgefallen als ich erwartet habe. Die Teilnehmer sagten: „Das wäre so cool auf einem T-Shirt.“ Da dachte ich: „Warum eigentlich nicht?“.

Als ich beschloss solche Shirts zu produzieren und zu verkaufen, habe ich aus einer Laune heraus ein paar davon auf meinem Instagram-Account gepostet. Dann kamen ziemlich bald darauf die ersten internationalen Reaktionen und Nachrichten – aus Italien, Südarfrika, Portugal und Mexiko. Die Leute schrieben mir Sachen wie: „Hey, das will ich auch, wo kann ich das kaufen?“. Da fing ich an über den eigenen Tellerrand hinaus zu denken. Ich wollte die T-Shirts weder nur an meine Freunde verkaufen, noch wollten ich einen Haufen davon in meiner Garage lagern. Dieses ganze Inventar was man dazu braucht, wollte ich nicht und auch um die Logistik wollte ich mich nicht kümmern müssen. Ich brauchte also eine Möglichkeit, wie ich meine Produkte an meine internationalen Kunden bringen kann. Spreadshirt war dann die Lösung. Spreadshirt ist sowas wie eine Plattform für Startups, die gern ihre Produkte verkaufen möchten, sich aber auf die Arbeit an den Designs konzentrieren wollen.

Essen, Gestalten und Unterrichten – das sind ziemlich verschiedene Dinge. Wie ist es Dir gelungen, Deine Interessen miteinander in Einklang zu bringen?

Ich war schon immer Perfektionistin und das ist eine gute Voraussetzung, wenn es ums Essen geht. Meine künstlerischen Interessen gehen mit meiner Leidenschaft fürs Kochen ein Stück weit Hand in Hand. Denn es geht bei beiden um Farben, ums Gestalten, um Design und darüber hinaus. Es geht um Geschmack, Ausgeglichenheit, Harmonie und Texturen. Das sind alles Dinge, mit denen man spielen kann, wenn es darum geht eine Idee vom Kopf auf den Teller zu bringen. Es ist das Gleiche wie bei meinen T-Shirts. Es geht darum, die Ideen, mit denen man zuvor auf dem Papier gespielt hat, auf dem Endprodukt wiederzufinden. Das ist wirklich toll.

Deine Entwürfe sehen aus, als würdest Du sie mit der Hand zeichnen. Wie sieht Dein Prozess aus, wie digitalisierst Du Deine Papierentwürfe?

Ich bin ziemlich altmodisch. Schon auf der Kunsthochschule habe ich mich dagegen gewehrt, digital zu arbeiten. Ich habe immer nach Wegen und Möglichkeiten gesucht, um alles per Hand zeichnen zu können.

Meine Entwürfe begannen zunächst als Kritzeleien auf einem Stück Papier, was ich gerade zur Hand hatte oder aus einem Skizzenbuch gerissen habe. Ich hatte noch nie Photoshop geöffnet. Irgendwann wurde mir aber klar, dass ich lernen musste mit Software umzugehen. Das habe ich mir schließlich selbst beigebracht. Freunde und Bekannte habe ich nach Tipps und Tricks gefragt. Ich wollte einerseits scharfe Bilder und eine hervorragende Grafikqualität, anderseits wollte ich, dass die Grafiken weiterhin wie handgezeichnet wirken.

Du bist in vielen Sozialen Netzwerken aktiv. Auf welcher Plattform bist Du am erfolgreichsten?

Das ist definitiv Instagram. Als visueller Mensch kann ich dort am besten mit anderen Menschen kommunizieren. Instagram ist reiner visueller Content: Du hast ihn direkt vor Deinem Gesicht, Du scrollst Dich durch den Feed, vor dem Schlafengehen, nach dem Aufwachen. So haben die Leute meine Marke kennen gelernt. Ein weiterer Vorteil bei Instagram ist die Möglichkeit sich zu vernetzen. Wenn andere Accounts meine Bilder teilen, dann komme ich mit Kunden in Kontakt, die ich sonst vielleicht gar nicht erreichen würde. So kann ich ganz unterschiedliche Zielgruppen über verschiedene Zeitzonen hinweg erreichen.

Wie oft postest Du auf Instagram?

Ich arbeite nicht mit automatisierten Postings, das finde ich nicht authentisch. Ansonsten poste ich mindestens einmal täglich etwas. Manchmal kommt es auch vor, dass ich dreimal am Tag etwas teile, das ist aber selten. Beim Timing bin ich akribischer: Wenn ich denke, das ist etwas mit einer großen Reichweite, hebe ich mir das für die Spitzenzeiten auf.

Du nutzt Deine Social-Media-Kanäle auch für Promotion-Aktionen. Gibt es eine Strategie, die am besten funktioniert?

Hier habe ich viel Arbeit reingesteckt. Ich würde sagen, dass die Promos am erfolgreichsten sind, die genau auf meine Zielgruppe zugeschnitten sind – und das ist in meinem Fall vor allem mein Instagram-Account. Die Leute, die mir folgen, interessieren sich schließlich auch für meine Designs. In letzter Zeit habe ich mich viel mit natürlich gefärbten Lebensmitteln beschäftigt – und Regenbogenknödel sowie Regenbogen-Sushi kreiert. Es gibt Leute, die folgen mir nur deswegen und die kommen dann eben auch mit meinen T-Shirts in Kontakt. Wichtig ist, dass man seine Zielgruppe versteht, mit ihr in Verbindung bleibt und passende Inhalte anbietet.

Welche Erfahrungen hast Du mit Shop-Promotions gemacht und wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?

Ich möchte noch mehr mit Instagram machen, insbesondere will ich die „Instagram-Stories“ ausprobieren. Meine Promotions gehen hauptsächlich von meiner „CulinaryCalgary“-Seite aus, weil ich dort mehr Follower habe, und verlinke sie dann mit „Chef Shirts“.

Dann geht es mir ums Branding. Denn neben Kochkursen biete ich auch Business-Kurse an. Ich unterrichte Management und Marketing. Dieses Wissen hilft mehr sehr und es ist großartig zu sehen, wie mein ursprüngliches Liebhaberprojekt wächst und wächst. Oft nutze ich es als konkrete Fallstudie um meinen Kursteilnehmern praktische Tipps geben zu können.

Neben den Social-Media-Aktivitäten hätte ich gern noch Visiten- und Postkarten. Aufkleber mit Bildern von meinen Shirts habe ich bereits produziert und das ist ganz gut gelaufen.

Wo siehst Du Deine Marke in Zukunft? Gibt es einen Plan oder eine Strategie?

Meine Strategie ist meine Leidenschaft und die Kombination aus all meinen Interessen. Das steht an erster Stelle: Dinge, die mich antreiben und inspirieren. Darüber hinaus habe ich noch eine Wettbewerbsidee, die ich gern auf Instagram umsetzen möchte. Ich möchte meine Follower um Designvorschläge bitten und der Gewinner erhält ein individuell bedrucktes T-Shirt.

Hast Du noch hilfreiche Tipps für diejenigen, die gerade mit Spreadshirt anfangen?

Ein großer Fundus an fertigen Designs ist in jedem Fall hilfreich, wenn man überlegt einen Shop zu eröffnen. Die Bilder sollten qualitativ sehr hochwertig und gestochen scharf sein. Ich denke, fünf Designs ist ein guter Ausgangspunkt. Außerdem sollten die Designs thematisch zueinander passen, es sollte ein klar erkennbares Branding geben. Und auch wenn es kitschig klingt: Deine Kunden sollten erkennen mit wie viel Herzblut und Leidenschaft Du bei der Sache bist.

Danke, dass Du an unserem Interview teilgenommen hast, Erin. Weitere Entwürfe von Erin gibt es auf Instagram zu sehen. Weitere interessante Interviews mit Shop-Betreibern gibt es im Spreadshop Merch Cast.

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