WZB – Fashion Drinks. Kreativ durch die Krise.

WZB – Fashion Drinks. Kreativ durch die Krise.

Auch die Gastronomieszene hat die Covid-19 Krise hart getroffen. Eine kleine gemütliche Bar aus Traunstein hat eine kreative Lösung gefunden, mit der Schließung umzugehen: den WZB – Fashion Drinks Onlineshop.

Lest hier im Interview, wie die Wohnzimmer Bar (WZB) in Traunstein aus der Not eine Tugend gemacht und mit Spreadshop eine eigene Klamottenmarke, die WZB – Fashion Drinks, aufgebaut hat.

Hallöchen! Schön ist es bei Euch im Wohnzimmer – glauben wir zumindest, denn leider waren wir noch nie bei euch in der Bar. Wie kriegt man Wohnzimmer-Feeling und Nachtluft gleichzeitig an einen Ort?

Danke Euch! Und ja, es ist schön, gemütlich und gleichzeitig aber auch eskalativ bei uns. Das Rezept: Man nehme alte, gemütliche Couches, Tische und Stühle von Oma und Opa und platziere sie stilvoll in der Bar. Inmitten dieser ganzen Möbel baut man noch einen Tresen und stellt eine dicke Anlage auf. Zack, fertig – Wohnzimmer!

Die Wohnzimmer Bar in Traunstein lebt von ihren 70er Jahre Möbeln und den gemütlichen Couches zum Versinken und gemütlich Drinks Genießen. Ab 23 Uhr dreht sich die gemütliche Atmosphäre – die Bar füllt sich, es gibt Partyshots und gute Tunes werden aufgelegt. Feiern in 70er Jahre Retro Atmosphäre mit einem Mix aus allen Jahrzehnten.

Klingt nach Spaß! Wie ist der Ort eigentlich entstanden und was macht Euch aus?

Wer träumt nicht schon immer davon, eine eigene Bar zu haben? Das war auch unser Ziel und vor vier Jahren hat es sich tatsächlich ergeben. Wir hatten das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Der Ort hat viel Historie. Von einem alten Tengelmann bis hin zu einem China Restaurant hat die Location schon viele Facetten hinter sich. Unsere Deckenfliesen zum Beispiel sind immer noch mit goldenen chinesischen Drachen verziert. Dieser Charme kombiniert mit Retromöbeln, individuell gestaltet, viel Historie und eine Mischung aus Bar, Party und Eventlocation für eine breite Zielgruppe – das macht‘s aus.

Ihr musstet ja aufgrund von Covid-19 schließen. Was ist seitdem bei Euch passiert?

Wie so viele Schankwirtschaften aka Bars mussten auch wir bereits am 11. März durch Covid-19 schließen.

Direkt nach der Schließung konnten wir uns um Tasks kümmern, die wir schon länger abarbeiten wollten, wie zum Beispiel: Gutscheinverkauf oder auch CREW T-SHIRTS. Nach den ersten Entwürfen für unsere Crew Shirts, kam schnell die Idee unsere Drinks aus der Wohnzimmer Bar kreativ und als Illustration auf Shirts und Hoodies zu drucken und diese zu verkaufen.

Das ist mittlerweile fast 6 Monate her. Heute schreiben wir Mitte August und unser Plan ist es am 3. September die Bar wieder eröffnen zu dürfen. Natürlich mit Hygieneauflagen und nur mit Sitzplätzen, aber alles ist besser als eine weitergehende Schließung.

Ihr habt dann einen eigenen Spreadshop eröffnet. Wie kamt Ihr auf die Idee und wie auf Spreadshop?

Nachdem die Idee und die ersten Drink-Designs umgesetzt wurden, haben wir nach einem Partner gesucht, der sich für die Produktion der Shirts eignet, und sind dabei schnell auf Spreadshop gestoßen. Wir haben ein paar Testprodukte, auch von anderen Herstellern, bestellt und empfanden Eure am besten. Ein wirklich überragender Pluspunkt ist außerdem die Lieferzeit. Ihr seid auf Zack!

Anfangs wollten wir unsere Shirts an unsere Gäste verkaufen und unter dem Hashtag #supportyourlocalbar vertreiben. Schnell haben wir aber gemerkt, dass wir mit Spreadshop mehr Möglichkeiten haben, auch weitere Kunden anzusprechen. Daraus ist dann unser neues Label WZB – Fashion Drinks entstanden, unter dem wir auch unseren Spreadshop eröffnet haben.

Und, seid Ihr zufrieden mit dem Ergebnis?

Die Einrichtung, der Service, der Kundensupport – wir sind aktuell super zufrieden und konnten schnell nach der Schließung durch Corona einen neuen Absatzkanal für uns entdecken. Natürlich gibt es Punkte, bei denen wir noch Wünsche und Änderungen anbringen könnten, aber wir haben jeden Tag Spaß an der Arbeit mit Spreadshop. Auch die Qualität der Produkte ist sehr gut und das noch nachhaltig und fair produziert. Top!

Habt Ihr schon viele Unterstützer gefunden? Sind Eure Kunden auch jene, die sonst bei Euch in der Bar abhängen oder Bierpong spielen würden?

Klar, anfangs haben wir unsere Shirts an unsere Kunden in der Bar vertrieben und sind auch sehr dankbar, dass unsere Gäste uns hier unterstützt haben. Sie haben den Grundstein für mehr Designs und die Erweiterung in neue Geschäftsgebiete gelegt, da wir nicht mit dieser Anzahl von Verkäufen in der Chiemsee Region gerechnet haben. Nochmal ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die besten Gäste!

Nach dem ersten Monat haben wir angefangen unsere Produkte auch in alle weiteren Bundesländer, sowie nach Österreich und die Schweiz zu verkaufen. Anfangs musste man natürlich lernen, welche Regionen welche Designs kaufen, aber mittlerweile haben wir uns hier ganz gut eingegroovt. Jetzt verkaufen wir zusätzlich zur DACH Region auch in den Niederlanden, Belgien, Spanien und Luxemburg. Hier kann man sich auf schnelle Warenlieferungen von Spreadshop in ganz Europa verlassen. Da stimmt der Service!

Danke für das Kompliment! Wir hätten da auch eins: Eure Designs sind einfach genial! Wer kam auf diese simple Idee?

Danke! Wir sind auch ein klein wenig stolz auf unsere Designs, da wir sie in dieser Art noch nicht im Netz gefunden haben. Wie bereits kurz oben beschrieben, wollten wir einzigartige Shirts für die beste Crew designen, da sie auf jeden Fall coole und stylische Shirts verdient haben. Nach dem ersten Feedback von Freunden und Gästen zu unseren Designs haben wir gemerkt, dass diese Art von Designs und “Fashion Drinks” mehr Leute begeistert, als wir zunächst angenommen hatten. Schnell haben wir angefangen, die Designs zu erweitern und aktuell versuchen wir 2-3 Designs pro Woche zu kreieren. Natürlich alles unter dem Motto “Designed by real Barkeepers: Keine Drinks an der Bar – dann eben Drinks auf Shirts & Hoodies!”

Welches Eurer Designs ist am beliebtesten und (was glaubt Ihr) warum?

Anfangs haben die Designs dominiert, die auch in unserer Bar am beliebtesten sind. Ganz weit vorne waren Vodka Wellness und Haxenspreizer. Mittlerweile haben sich auch andere Designs, wie Spritz, Luft und Gin Tonic dazu gesellt, die auch sehr gut gehen, und es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen fünf Designs, je nach Region unterschiedlich. Unser Lieblingsdesign ist weiterhin der Vodka Wellness, da das unser erstes Design war und damit die Idee entstanden ist. Dass dieser jetzt auch einer der Bestseller ist, macht uns schon happy!

Wie sieht Eure Zukunft eigentlich aus? Habt Ihr schon Pläne geschmiedet?

Zuallererst hoffen wir natürlich, dass unsere angepeilte Wiedereröffnung zum 3. September klappt und wir endlich auch wieder “real Drinks” an unsere Gäste ausgeben dürfen. Damit der Wiedereröffnung nichts mehr im Weg steht, werden wir zusätzlich noch Essen bei uns anbieten.

Das T-Shirt Business werden wir aber in Zukunft nicht vernachlässigen, da es Tag für Tag richtig Bock macht, sich mit Kreativität auszuleben und gutes Feedback von unseren Kunden zu bekommen. Wir schmieden gerade Pläne, auch nach USA, Kanada und Australien zu verkaufen, und sind gerade im Prozess der Eröffnung eines weiteren WZB – Fashion Drinks Onlineshops. Das wäre natürlich ein geiles Geschäftsfeld, bei dem wir sicher wieder Ideen für neue Drinks umsetzen werden.

Nutzt Ihr Social Media, um Eure Klamotte zu bewerben? Wie ist da Euer Ansatz?

Wir haben von Anfang an Social Media genutzt, um unsere Artikel zu bewerben. Anfangs organisch mit den Accounts unserer Bar. Nach kurzer Zeit haben wir WZB – Fashion Drinks (Facebook) und @wzbshop (Instagram) eröffnet, um unsere Shirts über diese Kanäle mit bezahlter Werbung zu vertreiben. Durch unseren Marketing Background, konnten wir schnelle Erfolge im deutschlandweiten Vertrieb erzielen und sind happy, dass wir unsere Zielgruppe mit Facebook und Instagram gut erreichen.

Eine letzte Frage: Welchen Rat habt Ihr für andere Barbetreiber, die jetzt in der Krise stecken?

Vorweg: Wir finden es krass, wie viel Kreativität mit dieser Krise in der Gastronomieszene entstanden ist. Viele neue Projekte, die anfangs undenkbar waren, sind in der Krisenzeit innerhalb weniger Wochen umgesetzt worden. Dafür erstmal großen Respekt an die gesamte Branche, die mit am härtesten von der Krise getroffen wurde. Schnell haben wir gemerkt, dass man mit Meckern und Lamentieren nicht weiterkommt, und haben uns auf das konzentriert, was potenzielle Umsätze generieren könnte. So haben wir Wege und Mittel gefunden, uns besser durch die Krise zu helfen. Natürlich waren die monatelangen Schließungen erstmal ein harter Schlag für die Branche. Viele haben aber gezeigt, dass die Krise auch eine Chance ist, und haben sich breiter aufgestellt, damit mögliche weitere Betriebsschließungen durch eine Pandemie sie in Zukunft nicht mehr so hart treffen.

Sucht Euch noch ein zweites oder drittes Standbein, aber verliert nie die Leidenschaft für alles, was Ihr tut!

Das ist auch unser Learning aus der Krise: Mut beweisen und die Krise als Chance sehen!

Danke Euch für das Interview. Wir sind gespannt auf die nächsten Drink Design und wünsche Euch viel Erfolg bei Eurer Wiedereröffnung!

Besuch doch mal den Shop der Wohnzimmer Bar in Traunstein und lass Dich inspirieren. Mehr gibt’s außerdem bei Instagram und Facebook.

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